Das neue Verlagsgebäude im Osten Münchens

SV-Areal in München
-Steinhausen
24 Jahre nachdem der Süddeutsche Verlag sein Druckzentrum in den Münchner Stadtosten verlegt hatte, zogen im Herbst 2008 auch die Journalisten und Verlagsmitarbeiter nach Steinhausen – auf die gegenüberliegende Straßenseite. Die offiziellen Vorgaben an die Planer des neuen Mutterhauses waren deutlich: Der Bau sollte „das wirtschaftliche und kulturelle Profil des Verlags mit einer zeitgemäßen Architektur“ verkörpern.
Umsetzung von Oliver Kühn

Interpretation des
Themas von Oliver
Kühn
Den Zuschlag im Wettbewerb für das neue Münchner SZ-Gebäude erhielt schließlich Architekt Oliver Kühn. Konzept und Umsetzung hatten die Jury überzeugt: An der Hultschiner Straße entstand ein völlig verglaster Bau aus einem Guss. An das knapp 100 Meter hohe und 25 Meter breite Haupthaus schließt ein gewinkelter Baukörper an, der einen fast intimen Platz vor der 50 Meter tiefen Eingangshalle bildet. Die über die Seiten- und Dachkanten geführten Glasflächen nehmen dem Haus jede schneidende Härte und über die schrägen, hohen Scheiben zeichnet sich eine kantige Wellenbewegung ab, die sich im Bodenbelag des Vorplatzes fortsetzt.
Das Foyer

Im Foyer teilt sich die
doppelte Glashaut
Im Foyer teilt sich die doppelte Glashaut des Gebäudes und setzt sich als glatte Verglasung vor den zur Halle orientierten Büros fort, während die Facetten der äußeren Scheiben die zur Stadt gerichtete Panoramafront bilden. Hinter der Galerie im Foyer verstecken sich zentrale Räume für Ausstellungen, Konferenzen und Fortbildung. Eine weitere Querverbindung führt als Brücke über die Hallenschlucht in das Mitarbeiter-Restaurant im ersten Obergeschoss. Die Lobby im 26. Stockwerk ist mit einer Polsterwand aus weißem Leder ausgestattet und bietet einen überwältigenden Ausblick auf die Stadt München.
Restaurant und Cafeteria

Restaurant und
Cafeteria
Das Restaurant sowie die Cafeteria bilden das künstlerische Zentrum des SV-Turms. Tobias Rehbergers Design-Konzept zeichnet sich durch Farbenfreude und starke Kontraste aus. Das gilt vor allem für die zwei Geschosse hoch aufragende „Lichtbox“ im Zentrum des Raumes. Hinterleuchtende, verschiedenfarbige und aufeinander geschichtete Acrylglasscheiben sorgen für innerstädtische Eleganz. Einen stilistischern Bruch bilden die verschiedenen Bodenhölzer, die eine wohnliche Atmosphäre vermitteln und wiederum im Kontrast zur farbig vernähten und mit leuchtenden Sprühfarben bearbeiteten Filzdecke stehen.
Energieeffizientes Bauen

Nutzung überschüs-
siger Wärmeenergie
Die Haustechnik des SV-Turms stammt vom Münchner Ingenieurunternehmen CBP. Dessen Konzept zielt auf die Nutzung überschüssiger Wärmeenergie. Wenn im Sommer gekühlt wird, geht der Wärmeüberschuss nicht verloren, sondern wird im Erdreich gespeichert – für die kalte Jahreszeit. Durch diese und weitere Maßnahmen sind die Ingenieure auf eine deutliche Energieeinsparung gegenüber herkömmlichen Systemen gekommen. Nicht zuletzt aufgrund dieser Technik wird das Verlagshaus voraussichtlich das erste nach LEED als „Green Building“ zertifizierte Gebäude in Deutschland sein. LEED gilt als internationales Gütesiegel für nachhaltiges, also energieeffizientes Bauen.
